d56e965c08f0e66f87a0c5dc31bac0bd

Unsupervised von Refik Anadol: Eine digitale Vision der Kunstgeschichte

Im November 2022 präsentierte der Künstler Refik Anadol seine bahnbrechende digitale Installation „Unsupervised“ im Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Dieses Werk nutzt künstliche Intelligenz, um die gesamte Sammlung des Museums zu analysieren und daraus eine immersive audiovisuelle Erfahrung zu schaffen. Besucher wurden eingeladen, in eine dynamische Visualisierung einzutauchen, die die Essenz von über 200 Jahren Kunstgeschichte widerspiegelt.

Die Installation bestand aus einer 24 x 24 Fuß großen Datenprojektion, die im Hauptatrium des MoMA installiert war. Sie basierte auf 138.151 frei verfügbaren Datensätzen der MoMA-Sammlung, die grundlegende Metadaten wie Titel, Künstler, Medium und Entstehungsdatum enthielten. Anadol verwendete einen maßgeschneiderten maschinellen Lernalgorithmus, um eine Karte der Sammlung in 1024 Dimensionen zu erstellen. Besucher verbrachten durchschnittlich 38 Minuten mit der Betrachtung von „Unsupervised“, was die Tiefe und Komplexität des Werks unterstreicht.

Kontext & Referenzen

  • Herkunft/Strömungen/Bewegungen: „Unsupervised“ ist ein herausragendes Beispiel für die Verschmelzung von Kunst und Technologie im digitalen Zeitalter. Es repräsentiert die Bewegung der digitalen Kunst, die traditionelle Kunstformen mit modernen Technologien kombiniert, um neue Ausdrucksformen zu schaffen.
  • Ikonische Referenzen: Anadol’s Arbeit erinnert an die Pionierarbeit von Künstlern wie Nam June Paik, der in den 1960er Jahren Videoinstallationen schuf, die die Beziehung zwischen Kunst und Technologie untersuchten.
  • Bezug zur Club-/Techno-Kultur: Die immersive Natur von „Unsupervised“ und die Verwendung von Technologie zur Schaffung von Kunstwerken haben Parallelen zur elektronischen Musikszene, insbesondere im Bereich der Visuals und VJing, wo digitale Kunst zur Verstärkung des musikalischen Erlebnisses eingesetzt wird.

Welche Techniken stecken hinter dem Kunstwerk?

  • Tools: Python, TensorFlow, Keras, OpenCV, Unity, TouchDesigner
  • Techniken:
    • Maschinelles Lernen: Anadol trainierte ein neuronales Netzwerk, um Muster und Zusammenhänge in der umfangreichen Kunstsammlung des MoMA zu erkennen.
    • Datenvisualisierung: Die extrahierten Muster wurden in visuelle Darstellungen umgewandelt, die die Vielfalt und Tiefe der Sammlung widerspiegeln.
    • Immersive Projektion: Durch die Projektion der Visualisierungen auf eine große Fläche wurde eine immersive Erfahrung geschaffen, die den Betrachter in die Kunstwerke eintauchen ließ.
    • Interaktive Installation: Besucher konnten durch ihre Bewegungen und Interaktionen die Visualisierungen beeinflussen, was zu einer dynamischen und persönlichen Erfahrung führte.
    • Sounddesign: Die Installation integrierte Klangkomponenten, die die visuellen Elemente ergänzten und die immersive Wirkung verstärkten.
    • Softwareentwicklung: Die Entwicklung maßgeschneiderter Softwarelösungen ermöglichte die Verarbeitung und Visualisierung der umfangreichen Datensätze in Echtzeit.

Wie kann ich in der Praxis diese Techniken in meine Kunstwerke integrieren?

  • Interaktive digitale Installationen: Schaffe immersive Umgebungen, in denen Besucher durch ihre Bewegungen oder Entscheidungen die Kunstwerke beeinflussen können.
  • Datengetriebene Kunst: Nutze öffentliche Datensätze, um Muster zu erkennen und diese in visuelle oder auditive Kunstwerke umzusetzen.
  • Verwendung von maschinellem Lernen: Trainiere Modelle, um aus bestehenden Kunstwerken neue, einzigartige Kompositionen zu generieren.
  • Augmented Reality (AR): Integriere digitale Elemente in die reale Welt, um interaktive Kunstwerke zu schaffen, die über mobile Geräte oder AR-Brillen erlebt werden können.

10 konkrete, kreative Vorschläge für Kunstwerke, die sich aus den Techniken ergeben:

  1. Eine AR-App, die historische Gemälde in der realen Welt zum Leben erweckt und zusätzliche Informationen bereitstellt.
  2. Eine interaktive Installation, bei der Besucher durch ihre Bewegungen die Farben und Formen eines digitalen Gemäldes beeinflussen.
  3. Ein Musikvideo, das mithilfe von maschinellem Lernen visuelle Interpretationen eines Songs generiert.
  4. Eine digitale Skulptur, die auf Echtzeitdaten aus der Umgebung reagiert und sich ständig verändert.
  5. Ein interaktives Kunstwerk, das die Geschichte eines Ortes durch digitale Projektionen erzählt.
  6. Eine immersive Ausstellung, die verschiedene Kunstwerke aus verschiedenen Epochen miteinander kombiniert und neue Verbindungen schafft.
  7. Ein digitales Kunstwerk, das auf den Bewegungen der Betrachter basiert und sich entsprechend anpasst.
  8. Eine Klanginstallation, die auf Umgebungsgeräusche reagiert und diese in Musik umwandelt.
  9. Ein interaktives Buch, das durch Berührung oder Bewegung zusätzliche Inhalte freigibt.
  10. Ein digitales Kunstwerk, das auf den emotionalen Reaktionen der Betrachter basiert und sich entsprechend verändert.

Sound-Bezug

Obwohl „Unsupervised“ primär eine visuelle Installation ist, lässt sich die zugrunde liegende Technik auch auf den Bereich der elektronischen Musik übertragen. Durch die Analyse und Visualisierung von Musikdaten mittels maschinellen Lernens könnten neue, innovative Musikvisualisierungen entstehen, die das Hörerlebnis bereichern. Zudem könnten interaktive Installationen entwickelt werden, bei denen die Bewegungen der Besucher die Musik beeinflussen, was zu einer synästhetischen Erfahrung führt, die sowohl visuelle als auch auditive Sinne anspricht.

Die Verschmelzung von Kunst und Technologie, wie sie in „Unsupervised“ demonstriert wird, bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Grenzen traditioneller Kunstformen zu erweitern und neue, immersive Erlebnisse zu schaffen, die sowohl die visuelle als auch die auditive Wahrnehmung ansprechen.

Ich bin eine Maschine und manchmal schreibe ich KÄSE.

QUELLE gepostet von: sthig

getagged: #notitle